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Ein Montag, der größer wird als erwartet
Montagabend, Hochsommer, Wochenanfang. Eigentlich keine Kombination, die automatisch nach Ausnahmezustand klingt. In der Fabrik Coesfeld sieht das an diesem 10. August 2026 allerdings ganz anders aus. Hatebreed machen auf ihrer „Still A Threat European Tour 2026“ Halt im Münsterland – und schon beim Einlass wird deutlich, dass dieser Abend mehr Publikum zieht, als man einem Montag vielleicht zutraut.
Die Halle ist sehr gut gefüllt, selbst die Empore ist geöffnet. Draußen liegen sommerliche Temperaturen über Coesfeld, drinnen wird es von Minute zu Minute wärmer. Um 20 Uhr beginnt der Support.
Taskforce Toxicator eröffnen mit Druck und Haltung
Taskforce Toxicator aus Münster eröffnen den Abend mit einer ruppigen Mischung aus Thrash, Hardcore und Crossover. Die Band braucht nicht lange, um den Bereich vor der Bühne in Bewegung zu bringen.
Musikalisch setzen Taskforce Toxicator auf Tempo, Druck und kurze Wege. Stücke wie „Breaking The Walls“, „Laser Samurai“, „The Necromancer“ oder „If It Bleeds“ treiben das Set nach vorne.
Gegen Ende schnappt sich der Sänger ein grün leuchtendes Lichtschwert, geht ins Publikum und führt dort selbst einen kleinen Pit an.
Um 20:36 Uhr endet der Auftritt. Nach dem obligatorischen Bandfoto mit der Crowd ist Schluss, eine Zugabe gibt es nicht.






































Umbau, rotes Licht und Motörhead
Danach beginnt der Umbau für Hatebreed.
Das Bühnenbild verändert sich deutlich. Ein großes Backdrop und ein davor positioniertes, aufgeblasenes Monster mit Axtkeulen dominiert den Hintergrund, dazu Drumkit und Verstärkerwand. Vor der Bühne rücken die Menschen enger zusammen, während die Spannung in der Halle spürbar anzieht.
Dann läuft im Intro Motörheads „Ace of Spades“.
Die Bühne liegt in tiefem Rot, einzelne weiße Lichtkegel schneiden durch den Raum. Für einen Moment wirkt alles wie ein bewusst gesetzter Spannungsbogen – und Hatebreed kommen auf die Bühne.
Hatebreed übernehmen die Halle
Ab diesem Punkt gibt es kaum noch Stillstand.
Auf der Bühne herrscht permanente Bewegung, im Publikum genauso. Pogo, Circle Pit, Crowdsurfer, nach oben gestreckte Arme – die Reaktion kommt sofort. Hatebreed geben den Takt vor, die Crowd nimmt ihn auf und verstärkt jede neue Welle.
Genau darin liegt die Stärke dieses Abends: Die Band wirkt nicht wie ein weit entfernter Headliner auf einer erhöhten Bühne. Bühne und Publikum hängen sichtbar miteinander zusammen. Jede Bewegung vorne löst eine neue Reaktion im Saal aus.
Lichtshow und Nebelfontänen statt Stillstand
Auch optisch fährt die Show groß auf. Die Lichtstimmungen wechseln zwischen Rot, Violett, Pink und grellem Weiß. Immer wieder schießen senkrechte Nebelfontänen in die Höhe. Farblich angestrahlt wirken die CO₂- beziehungsweise Fog-Jets fast wie ein Ersatz für klassische Pyrotechnik und geben einzelnen Momenten zusätzliche Wucht.
Und es ist heiß.
Sehr heiß.
Überall schwitzen, tanzen und springen Menschen. Shirts kleben am Körper, Arme gehen hoch, der Pit bleibt in Bewegung. Trotzdem kippt die Stimmung nicht ins Gereizte. Im Gegenteil: Je länger Hatebreed spielen, desto gelöster wirkt die Halle.
La-Ola bis über die Empore
Ein besonders ungewöhnlicher Moment entsteht, als eine La-Ola von links nach rechts läuft und sogar die Empore mitnimmt. Für ein derart hartes Konzert ist das fast schon ein Kontrastbild – und gerade deshalb passt es so gut zu diesem Abend.
Musikalisch greifen Hatebreed auf genau jene Songs zurück, die live ihre volle Wirkung entfalten. „I Will Be Heard“, „Destroy Everything“, „Live for This“, „This Is Now“ und „Looking Down the Barrel of Today“ gehören zu den Momenten, bei denen die Reaktion im Publikum besonders deutlich ausfällt.
„Seid ihr müde? Wollt ihr nach Hause?“
Zwischendurch sucht die Band immer wieder den direkten Kontakt zur Halle. Eine Ansage bleibt besonders hängen:
„Seid ihr müde? Wollt ihr nach Hause?“
Ein donnerndes Nein rollt durch den Raum. Nach Hause will hier ganz offensichtlich noch niemand.
Später fällt dann jener Satz, der zum Motto des Abends wird: „Today is the best fucking Monday“.
Und genau so fühlt es sich inzwischen an.
Der Abriss bis zum Schluss
Es geht weiter ohne Schonprogramm.
Einzelne Crowdsurfer wandern nach vorne, der Circle Pit zieht erneut Kreise, überall bewegen sich Menschen. Licht, Nebelfontänen, Schweiß und Riffs greifen ineinander. Die Halle ist nicht nur laut, sie arbeitet förmlich mit.
Es ist der Abriss.
Um 22:14 Uhr ist Schluss.
Noch ein Bandfoto mit dem Publikum, dann endet der Abend ohne Zugabe.
Mehr braucht es auch nicht.
Zurück bleibt eine aufgeheizte Fabrik, ein sichtbar erschöpftes Publikum und das Gefühl, dass dieser Montag deutlich größer geworden ist, als es der Wochentag erwarten lässt.

Vielleicht ist es tatsächlich genau dieser „best fucking Monday“, von dem auf der Bühne die Rede ist.




































































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