Im Zuge ihrer „Rock Solid Tour“ sind die Urrocker NAZARETH am 22.11.2024 in Coesfeld in der Fabrik.

NAZARETH: Eine Legende des Hardrocks

Diese Band gehört zur ersten Generation der Hard- und Heavy-Bands und prägen seit ihrer Gründung 1968 zusammen mit Legenden wie Led Zeppelin, Deep Purple, Uriah Heep und Black Sabbath maßgeblich den harten Rock. Seit 1971 haben sie 25 Studioalben sowie 7 Live-Alben veröffentlicht, 60 Millionen Tonträger verkauft und weltweit Platin-, Gold- und Silber-Auszeichnungen erhalten. Ihr größter Hit, die Rockballade „Love Hurts“, schaffte es weltweit in die Top 10 der Charts und hielt sich in Norwegen unglaubliche 60 Wochen lang an der Spitze. „Surviving The Law“ ist das letzte und damit aktuelleste Album und stammt vom Frühjahr 2022.

Als Support haben sie die Schweizerin SERAINA TELLI dabei. Um 19:30 Uhr geht es heute schon los und um es vorab zu sagen, neben den Protagonisten zeigen sich heute auch die Licht- und Soundtechniker von ihrer besten Seite.

Seraina Telli: Eine farbenfrohe Reise durch die Rockwelt

Blond, gepierct, eine Menge Tattoos, aus der Schweiz und voll die rockige Röhre, begleitet von einer zierlichen Brünette an der Gitarre und rechts ein Drummer. Langsam dämmert es mir. Wir haben hier die ehemalige Fronterin von Burning Witches auf der Stage.

Ob Pop, Rock oder Punk, die farbenfrohe und ruhelose Hexe kann alles, ob auf Solopfaden wie heute oder im Paket mit ihrer Band Dead Venus. Dabei agiert Seraina am Mikro genauso gut wie an der Gitarre und bietet heute ein buntes Potpourri ihres Könnens. Nach den rockigen Nummern, wie „Addicted to Color„, dem schon mit Grave Digger zusammen gesungenen Song „Wish You Well“ folgt „I’am Not Sorry„. Die Nummer wurde zu Anfang dieses Jahres als unplugged Track zusammen mit Clémentine Delauney von Visions of Atlantis aufgenommen und als Single ausgekoppelt.

Zu „Take Care“ verlassen ihre Mitstreiter die Bühne und Seraina Telli macht ohne Strom mit der Akustikklampfe weiter und hat die mitfeiernde Fabrik ganz für sich alleine. Sie spielt „Not One of Your Kind“ von ihrem ersten Album „Simple Talk“ von 2022. Hier noch zurückhaltender klingend, ist die Nachfolgescheibe „Addicted to Color„, eine Kampfansage für alle Frauen. „All Your Tears“ ist wohl die beste Nummer von diesem Output und zeigt ihre ganze gesangliche Bandbreite, von purer Verletzlichkeit in der Stimme bis hin zu reiner Power. Es folgen „Song for the Girls„, „Think!“ und zum Schluss „Modern Warrior„.

NAZARETH betritt die Bühne – Hardrock pur

Um knapp 20:30 Uhr kommen die Herren von Nazareth auf die Bühne und werden frenetisch bejubelt und empfangen. Von der Originalbesetzung ist nur noch Pete Agnew dabei.

Allerdings rifft sich Jimmy Murrison auch seit 30 Jahren durch die Bretter und Dummer Lee Agnew schwingt ebenfalls schon seit knapp 25 Jahren die Sticks. Shouter Carl Sentance, gedresst im Kiss-Army-Shirt, übernimmt das Ruder und legt mal gleich mit ein paar ganz alten Perlen „Miss Misery„, „Razamanaz“ und „Shanghai’d in Shanghai“ aus den frühen 70er-Jahren los.

Klassiker und emotionale Höhepunkte

Anfängliche Soundprobleme überspielt der super sympathisch rüber kommende Sänger mit einem Lächeln und ein paar Anekdoten. „Love Leads to Madness“ ist aus 1982 und aus dem gleichen Jahre kommt auch das gefühlvolle „Dream On„, welches in Deutschland genauso gehypt wurde, wie das unvergessliche „Love Hurts„. Carl ist klasse bei Stimme, lächelt immerzu und bedankt sich für jeden Applaus. Selten habe ich eine so sympathische Band gesehen und das sehen wohl auch die Zuschauer so.

Bei jedem Song wird mitgerockt, aus voller Kehle mitgesungen oder gegrölt, natürlich je nach Bierstatus. Ganz vorne werden Glitzerstäbe geschwungen, mit denen der Sänger zwar nicht ganz so viel anfangen kann, sie aber gerührt in Empfang nimmt und sich mit einem Selfie direkt am Bühnenrand bedankt. Es folgen „This Flight Tonight„, im Original von Joni Mitchell, „Holiday„, „Sunshine„, „Beggars Day„, „Changin‘ Times„, alle von 1975 und dann der dazugehörige Titeltrack des gleichnamigen Albums „Hair of the Dog„. Die Ballade „Love Hurts“ ist natürlich der emotionale Höhepunkt dieses tollen, unvergesslichen Abends.

Ein unvergesslicher Abschluss

Nach „Morning Dew“ und „Receiver“ verlassen die Musiker für kurze Zeit die Bühne. On top gibt es noch „Where Are You Now“ und das groovige „Go Down Fighting„. Dann ist endgültig Schluß und nach einem Abschlussfoto geht es direkt zum Merch, um den Fans auch hier die volle Präsenz zu geben.

Fazit:

Das Konzert von Nazareth war ein toller, aufregender und gleichsam nostalgischer Abend, geprägt von Klassikern aus über fünf Jahrzehnten Rockgeschichte. Die Musiker überzeugten mit Spielfreude, Charisma und einer sympathischen Nähe zu den Fans. Besonders Sänger Carl Sentance begeisterte mit starken Vocals und besonderem Charme. Höhepunkte wie „Dream On„, „Love Hurts“ und „Hair of the Dog“ ließen das Publikum euphorisch mitsingen. Ein unvergesslicher Abend, der die ungebrochene Energie und Relevanz der Hardrock-Legende in allen Fazetten belegte. Muss man gesehen haben!

Das aktuelle Line-Up besteht aus:

  • Jimmy Murrison (Gitarrist, am längsten dabei in der Geschichte der Band)
  • Lee Agnew (Schlagzeuger seit dem Tod von Darrell Sweet im Jahr 1999)
  • Pete Agnew (Bassist und Gründungsmitglied)
  • Carl Sentance (Sänger seit 2015).

Nazareth – Live


22. Nov. 2024 Fr. 20:00 COESFELD Fabrik Coesfeld
23. Nov. 2024 Sa. 19:30 HERFORD, Kulturwerk Herford (ehemals X)
26. Nov. 2024 Di. 19:30 HAMBURG, Markthalle Hamburg
27. Nov. 2024 Mi. 19:30 GÖTTINGEN, Stadthalle Göttingen
29. Nov. 2024 Fr. 19:30 HANERAU-HADEMARSCHEN, Hademarscher Hof
30. Nov. 2024 Sa. 20:00 FLENSBURG, ROXY CONCERT
01. Dez. 2024 So. 19:30 TRIER, Mergener Hof
03. Dez. 2024 Di. 19:30 NÜRNBERG, HIRSCH
06. Dez. 2024 Fr. 19:30 MEMMINGEN, Kaminwerk
07. Dez. 2024 Sa. 20:00 VACHA, VachWerk
08. Dez. 2024 So. 19:30 BURSCHEID, Megafon Burscheid



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