Der Metal-Hurricane trifft Coesfeld
Mit der Ankündigung der niederländischen Thrash- und Death-Metal Veteranen von Legion of the Damned als Headliner für die Thrash-Party am 1. März 2025 sind die Vorkehrungen für ein wahres Ungewitter des Todesmetal getroffen. Als Support sind auf der einen Seite die noch ganz neuen Decaptacon und auf der anderen Seite mit Warrant wahre Legionäre des schnellen Metal dabei. Dieses Trio entfacht ein Metalspektakel, das keine Wünsche offen lässt.
Decaptacon – Der Einstieg in die Metal-Arena
Den Anfang machen Decaptacon aus dem Ruhrpott, genauer gesagt aus Lünen, die ihr neues Album „For Those Who Died“ mitgebracht haben. Mit dem Titeltrack legt der Sechser, man hat 3 Gitarren an Bord, auch gleich mal los. Frischer, unverbrauchter Melodic-Death-Metal mit cleanen, keifigen Vocals von Joshua sind das Zeichen der Stunde. Weiter geht es mit „Inner Captivity“ und „A New Lease of Life„. Man gönnt sich keine Pause und will der begeisternden Meute zeigen, was man drauf hat. Auch „Until We Drown„, „Buried Alive“ und „Blackened Skies“ geben sich wild und mega aggressiv. Aber sie weisen durchaus auch melodische Lines auf. „Demons of Democracy“ sind aktuell überall unterwegs und als Rausschmeißer mehr als passend.
Fotos: Kommodore Johnsen








































Warrant – Mit Volldampf weiter
Warrant gründeten sich 1983, als es noch den Begriff des Speed-Metal gab. Damals stellte man auch Metallica und Megadeth in dieses Genre. Der Anfang der Düsseldorfer mit der EP „First Strike “ und dem Debüt „Enforcer„, beide aus 1985, war damals sehr vielversprechend und begründet bis heute ihren Ruhm. Man trennte sich allerdings und kam erst 1999 wieder zusammen, um „Flame of the Show“ und „When the Sirens Call“ aufzunehmen, die dann 2000, zusammen mit den beiden ersten Werken, auf CD veröffentlicht wurden.
2010 wurde der gesammelte Stoff nochmals als „Ready to Command“ auf Vinyl und CD gepresst und ein Jahr später war man sogar auf dem WOA zu Gast. Erst 2014 gab es mit „Metal Bridge„, der insgesamt dritten Platte, dann neues Material der Düsseldorfer. Von der alten Garde ist heuer nur noch Jörg Juraschek am Gesang / Bass dabei. Er wird unterstützt von Marius Lamm am Schlagzeug sowie Michael Dietz und Adrian Weiss an den Gitarren. Heute gab es Warrant nur als Trio mit Adrian an der Klampfe.
Die Songsauswahl lässt keine Wünsche offen
Mit Songs wie „Come and Get a Satan“, den schnellen „Falling Down„, Betrayer“ oder „Nuns have no Fun“ legen die Herren locker noch mal ne Schippe drauf und beweisen allen, wie der alte Metal geschliffen war und heute noch genauso ballert, wie damals. Weiter geht es mit „Torture in the Tower„, „Scavenger’s Daughter“ und „The Rack„. Mit dem Abschluss „The Enforcer“ und „Ordeal of Death“, geben sie dem Publikum nochmal die voll Breitseite.
Fotos: Kommodore Johnsen



















Legion of the Damned – Der Höhepunkt des Abends
Und dann ist es endlich soweit: Die niederländischen Legion of the Damned, 1992 als Occult gegründet, übernehmen das Zepter. Ihre fette Death-Metal-Show bringt die Fabrik zum Beben. Als Occult veröffentlichte man von 1992 bis 2006 insgesamt 6 Platten. Mit Legion of the Damned legten sie nochmal 8 Höllenscheiben nach. Die Band hat also genügend Stoff beisammen, um ganze Heerscharen von Todesschwadronen mit allerlei Horror, Chaos, Blut und Klingen zu füttern. Nach dem Intro und dem namensgebenden Song werden bei „Slaughtering the Pigs“ die Messer gewetzt.
Es folgen „Palace of Sin„, Beheading of the Godhead„, „Taste of the Wip„, das brutale „Progressive Destructor“ und der Horrorsong „Werewolf Corpse„. Mit „Contamination„, „Bleed for Me“ und „Diabolist“ werden ebenfalls keine Gefangenen gemacht. Weiter geht es mit „The Poison Chalice„, dem giftigen „Pray and Suffer“ und dem groovigen „Doom Priest„. Blut, Horror und fette Gitarren umgarnen „Cult of The Dead„. Und mit „Son of the Jackal“ wird dem Vater des Grauens und des Horrors gefrönt. Die Niederländer kann man getrost als Kings des ursprünglichen, occulten Death Metal, ja sicherlich auch mit prägenden Elementen ansehen. Dabei bringen sie ihr Material mit unbändiger Spiefreude und Energie auf die Bretter und nehmen dabei jeden mit.
Legion of the Damned sind:
Maurice Swinkels – Gesang (1992–heute)
Erik Fleuren – Schlagzeug (1992–heute)
Harold Gielen – Bass (2006–heute)
Fabian Verweij – Gitarren (2020–heute) [ 4 ]
Ruud Strijbosch – Gitarren (seit 2024)
Fotos: Kommodore Johnsen












Fazit:
Das Konzert von Legion of the Damned in der Fabrik Coesfeld ist ein absolutes Metal-Highlight für Fans der ganz harten Mucke. Mit der Unterstützung der legendären Warrant und den neuen Decaptacon wird die Abrissbirne ganz fett in Schwingungen gebracht. Die Bühne wird musikalisch zerschrebbelt und das Publikum feiert ordentlich ab. Was will man mehr!