Remode in CoesfeldFotos ©AKA_Johnsen

Coesfeld. Die Bühne ist noch hinter einem schwarzen Vorhang verborgen. Beim Opener „To have and to hold“ ist die Band eher schemenhaft zu sehen, bevor der Blick auf die Bühne freigegeben wird. Eine riesige LED-Wand als Backdrop und vier kleinere Monitore rechts und links sorgen für großartige visuelle Effekte und viel Tiefe. Farben wechseln zwischen warmen Rot- und Gelbtönen und kühlen, atmosphärischen Bildern – mal Club, mal große Arena.

„Coesfeld, wir haben viel vor mit euch. Habt ihr Bock auf einen geilen Abend?“ eröffnet Sänger Dan Yell den Abend – und trifft sofort den Nerv der Menge.

Was folgt, ist eine intensive Reise durch die Klangwelt von Depeche Mode – und gleichzeitig eine Feier von 20 Jahren Remode.

Frühe Energie und sofortige Verbindung

Bereits mit „Strangelove“ zeigt sich, wohin der Abend führt: Das Publikum singt von Beginn an lautstark mit. Spätestens bei „People Are People“, dem ersten Nummer-eins-Hit in Deutschland, verwandelt sich die Fabrik in einen einzigen Chor – textsicher, laut und voller Energie.

Tiefe, Atmosphäre und seltene Momente

Neben den bekannten Hits beweist die Band Mut zur Variation. Anlässlich ihres Jubiläums holen Remode mit „Soothe My Soul“ einen Song ins Set, den man nicht zwingend erwartet.

Für besondere Momente sorgt auch Keyboarder Tony Clare.
Mit dem selten gespielten „Any Second Now“ – geschrieben von Vince Clarke und einst von Martin Gore eingesungen, aber nie live performt – liefert er ein echtes Highlight für Kenner.

Auch mit einem atmosphärischen Solo und der gefühlvollen Interpretation von „Somebody“ rückt er ins Zentrum. In warmem Licht und reduzierter Inszenierung wird es still im Saal – ein Gänsehautmoment.

Noch intensiver wird es bei „Blasphemous Rumours“, als auf der LED-Wand die Zeile „I expect to find him laughing“ erscheint.

Nähe, Dynamik und starke Einzelmomente

Doch Remode bleiben nicht im Atmosphärischen stehen. Immer wieder sucht die Band die Nähe zum Publikum. Bassist Slick Prolidol begibt sich im Verlauf des Sets sogar in den Fotograben und durchbricht damit die Distanz zwischen Bühne und erster Reihe.

Einen weiteren Höhepunkt setzt „Walking in My Shoes“, getragen von düsteren Visuals und intensiver Lichtstimmung, bevor ein kraftvolles Drum-&-Bass-Solo von Vic Chains und dem quirligen Slick Prolidol die Energie nochmals anheizt.

Höhepunkte am Stück

Mit „Wrong“ erreicht die Show eine neue Intensität. Druckvoll und energiegeladen treibt vor allem der Bass den Song nach vorn.

Bei „Personal Jesus“ beginnt alles reduziert: Gitarrist und Bandgründer Johannes Makowski setzt mit markanter weißer Gitarre ein, während das Publikum den Song zunächst fast alleine trägt – ein eindrucksvoller Moment der Verbindung.

Everything Counts“ gehört schließlich ganz der Menge: Nur vom Keyboard begleitet, entsteht ein vielstimmiger Chor.

Und mit „A Question of Time“ erreicht die Stimmung einen weiteren Siedepunkt.

Zugaben und großes Finale

Lange lässt sich die Band nicht bitten: Mit „Stripped“ kehren Remode schnell zurück auf die Bühne und knüpfen direkt an die Energie an.

Just Can’t Get Enough“ bringt schließlich pure Euphorie – inklusive der obligatorischen „ooo ooo ooo“-Gesänge aus dem Publikum.

In der dritten Zugabe bündeln Band und Publikum noch einmal alle Kräfte: mit „Enjoy the Silence“ folgt der große Abschluss.

Leiser Ausklang und ein letzter Moment

Nach einem gemeinsamen Schlussfoto scheint alles vorbei. Doch überraschend gibt es noch einen kleinen Nachschlag – mit „Waiting for the Night“ schaffen Dan Yell und Tony Clare einen intimen, fast schwebenden Moment.

Fazit

Remode inszenieren in Coesfeld einen Abend voller Dynamik, Emotion und Nähe zum Publikum. Zwischen großen Hits, seltenen Songs und intensiven Momenten entsteht ein Konzert, das weit über bloße Nostalgie hinausgeht.

Alle Fotos: ©AKA Johnsen, Verwendung nur mit Genehmigung kontakt@rocknotation.de