07.03.26 Four Imaginary Boys
Rund 500 Besucherinnen und Besucher füllen am Samstagabend Abend die Fabrik in Coesfeld, um Deutschlands angesagteste sowie Europas meistgebuchte The Cure Tribute Band zu sehen. Die Bühne liegt in tiefrotem Licht, auf der Leinwand über dem Schlagzeug leuchtet ein stilisiertes Porträt von Robert Smith, dem Frontmann der Band The Cure mit der unverwechselbaren und (fast) unnachahmlichen Stimme. Die Instrumente stehen bereit, das Schlagzeug thront auf einem kleinen Podest in der Mitte – gleich geht es los.
Das Publikum ist bunt gemischt. Viele Altersklassen sind vertreten, vom langjährigen Cure-Fan bis zum neugierigen Rockliebhaber. Auffällig ist: Die meisten Gäste tragen ganz normale Freizeitkleidung. Kaum jemand erscheint im klassischen Gothic-Look – stattdessen eine lockere, rockige Mischung, die gut zur offenen Atmosphäre des Abends passt.
Four Imaginary Boys: Leidenschaft statt Kopie
Als die Band schließlich die Bühne betritt, wird schnell klar, worum es hier geht. Four Imaginary Boys, eine Tribute-Band aus Landshut, widmet sich seit 2006 mit großer Leidenschaft der Musik von The Cure. Die Musiker orientieren sich an Sound, Atmosphäre und Songauswahl der britischen Kultband, ohne dabei eine bloße Kopie sein zu wollen. Gleich zu Beginn stellen sie klar: Sie wollen nicht The Cure sein – die gäbe es schließlich schon. Vielmehr geht es ihnen darum, ihre Begeisterung für diese außergewöhnliche Musik live erlebbar zu machen.
Melancholische Klangwelten und atmosphärisches Licht
Die vier Bandmitglieder verteilen sich auf der Bühne: vorne Sänger und Gitarrist Martin Strasser am Mikrofon, daneben der zweite Gitarrist Roberto Broch, rechts der Bassist Fred Jacobsson, während Florian Prantl am Schlagzeuger das rhythmische Fundament liefert. Das Licht taucht die Bühne nun überwiegend in kühles Blau, immer wieder durchbrochen von roten Akzenten. Strahler von hinten und unten erzeugen einen starken Silhouetteneffekt – eine Optik, die perfekt zur melancholischen Klangwelt von The Cure passt.
Eine Reise durch die Cure-Diskografie
Mit „Alone“ und „Pictures of You“ beginnt die musikalische Reise. Sofort legt sich diese typische Cure-Stimmung über den Raum: schwebende Gitarren, treibende Basslinien und eine Atmosphäre zwischen Melancholie und Schönheit. Das Publikum hört aufmerksam zu, viele Besucher wiegen sich leicht im Rhythmus. Nach jedem Song folgt großer Applaus.
Die Band arbeitet sich durch eine Setliste, die einen großen Teil der Cure-Geschichte umfasst. „Push“, „The Baby Screams“, „Kyoto Song“ und „A Night Like This“ sorgen für erste emotionale Höhepunkte. Besonders die ruhigen und atmosphärischen Stücke entfalten in der Halle ihre Wirkung. Die Besucher stehen dicht vor der Bühne, lauschen konzentriert und lassen sich von der Musik tragen.
Mit „Lovesong“, „100 Years“, „Cold“ und „A Strange Day“ wird es noch intensiver. Die Kombination aus dunklen Klangflächen, pulsierendem Bass und dem stimmungsvollen Lichtdesign erzeugt eine beinahe hypnotische Atmosphäre.
Im weiteren Verlauf nimmt das Konzert deutlich Fahrt auf. Songs wie „Charlotte Sometimes“, „The Walk“, „Burn“, „Fascination Street“ und „Prayers for Rain“ bringen viel Bewegung in die Menge. Bei „Play for Today“ wird ordentlich mitgeklatscht und mitgesummt.
Wenn die großen Hits kommen
Der zweite Teil des Abends gehört schließlich den großen Hits. Bei „Lullaby“, „Inbetween Days“, „Friday I’m in Love“, „Just Like Heaven“, „Why Can’t I Be You?“ und „Close to Me“ verwandelt sich die zuvor eher ruhige Zuhörerschaft in ein deutlich bewegteres Publikum. Viele singen die Refrains mit, einige tanzen zwischen den Reihen.
Ein besonderer Moment entsteht mit „Disintegration“. Der Song baut sich langsam auf, wird immer dichter und intensiver, bis er die Halle vollständig einnimmt. Danach folgen mit „A Forest“, „Boys Don’t Cry“, „Killing an Arab“ und „Jumping Someone Else’s Train“ weitere Klassiker, die den Abend kraftvoll abschließen.
Ein Abend für Generationen von Cure-Fans
Als die letzten Töne verklingen, bleibt das Gefühl, gemeinsam eine musikalische Zeitreise erlebt zu haben. Four Imaginary Boys gelingt es, die Atmosphäre und Emotion der Cure-Songs lebendig werden zu lassen, ohne dabei in reine Kopie zu verfallen. Die Besucher der Fabrik Coesfeld haben an diesem Abend genau das bekommen, was sie sich erhofft haben: einen intensiven, nostalgischen und gleichzeitig lebendigen Abend mit der Musik von The Cure.
https://www.fabrik-coesfeld.de
Alle Fotos ©AKA_Johnsen, Anfragen zur Nutzung an kontakt@rocknotation.de













































